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Bei Kindern treten Sprechstörungen häufig in Form von Lautauslassungen oder -ersetzungen auf. Es kann auch sein, dass ein Laut noch nicht klar gebildet werden kann ( z.B.Lispeln).Hieran ist oft eine Störung des Gleichgewichts zwischen den Muskeln der Lippen und der Zunge beteiligt. Vielleicht ist auch eine noch nicht ausgereifte Motorik zu erkennen. Gegebenenfalls befindet sich der Betroffene auch schon in kieferorthopädischer Behandlung, da es zu Zahnfehlstellungen gekommen ist.
Es gibt aber auch Besonderheiten im Redefluss (Stottern, Poltern) oder Probleme in der Planung für sprechmotorische Abläufe (verbale Entwicklungsdyspraxie / Apraxie). Andere Menschen ziehen sich aus der Kommunikation auf einzelnen oder mehreren Ebenen zurück (Mutimus) und können alleine keinen Weg aus dieser Situation finden.
Auch gibt es Kinder die grosse Unsicherheiten im Sprachverstehen und dem eigenen Wortschatz haben (Sprachstörungen). Für sie könnte die Kopplung Erlebnis Pferd, Bewegung und Sprache einen neuen Zugang bieten.
Menschen nach einem erlittenen Schlaganfall haben eventuell grosse Probleme mit der Satzbetonung, der deutlichen Aussprache oder mit der Koordination von Stimme und Atmung (Dysarthrie). Möglicherweise finden sie nicht mehr die richtigen Worte (Aphasie). Auch die Stimme gehört in diesen Bereich. Die Stimme ist das Mittel mit dem wir unsere Sprache transportieren und sie ist ein sehr empfindsamer Spiegel unsere körperlichen und seelischen (An-)Spannung. "Ich bin nicht in Stimmung - ich bin verstimmt! - Was stimmt denn nicht?"
Die Reittherapie ist eine tiergestützte Therapieform. Sie kann in Zusammenarbeit mit der Logopädie oder als Ergänzung zusätzliche Möglichkeiten anbieten. Hier bieten wir eine intensive Zusammenarbeit an. Beim therapeutischen Reiten wollen wir die Motorik und Wahrnehmung fördern. Wir wollen einen entspannten Umgang mit Kommunikation anbieten, Leitungsdruck reduzieren. Durch aktives Tun soll Sprache auch aktiv erlebt werden. Durch die Körpermitte überkreuzende Bewegungen soll die linke Hirnhälfte aktiviert werden. Die Vernetzung beider Hirnhälften soll positiv unterstützt werden. Bei Dyspraxien und Stottern / Poltern gibt der Rhythmus der Bewegung des Pferdes ein Sprechmuster vor, dieser Rhythmus soll es dem Klienten erleichtern seine Sprache / sein Sprechen zu strukturieren. Weiterhin kann der Schrittrhythmus Einfluss auf den Atemrhythmus der Klienten und die Sprechgeschwindigkeit haben.
Begleitend können im Umgang mit dem Pferd alternative Kommunikationsformen erprobt werden. Sprechen mit Worten darf auch mal in den Hintergrund treten. Die Freude an der Kommunikation mit dem Tier ermöglicht ein neues Erleben des eigenen Könnens. Sprache braucht intensive Erfahrungen! Über schöne Erlebnisse möchte ich mich mitteilen, erzählen. Oft kann auch das Finden des richtigen Wortes im Handlungszusammenhang leichter fallen.
In der Reittherapie haben auch Menschen mit Stimmproblemen (Dysphonie) durch zB. Entspannungstraining und den wiegenden Schritt des Tieres die Möglichkeit Stimme und Stimmung wieder in Einklang zu bringen.
Sprach- und Sprechstörungen treten häufig z.B. auf bei:
allgemeinen Entwicklungsverzögerungen/ -störungen, umschriebener Sprachstörungen / Sprechstörungen, Sensibilitätsstörungen, Stottern, Poltern, neurologischen Erkrankungen, AVWS, Schlaganfall, Hörstörungen, verbaler Entwicklungsdyspraxie, Dyspraxien, Wahrnehmungsstörungen, MS = Multiple Sklerose, Parkinson, Myofunktionelle Störungen
Stimmprobleme können auftreten z.B. bei:
Berufssprechern, Vielsprechern, Stimmbelastung, Stress, neurologischen Erkrankungen,
myofunktionellen Störungen
Die Motorik kann auch als Funktionseinheit von Wahrnehmen, Sprechen, Erleben, Denken, Handeln und Fühlen beschrieben werden. So gross das Gebiet der Motorik - so unterschiedlich die Probleme, die durch Einschränkungen in diesem Bereich auftreten können.
Für Menschen mit motorischen Einschränkungen stellen sich im Alltag oft grosse Herausforderungen. Die Reaktionsfähigkeit kann verändert sein, Bewegungen können noch nicht oder nicht mehr ausgeführt werden. Sie fühlen sich oft “ungeschickt” oder steuern Bewegungen unsicher. Dadurch erleben die Betroffenen auch ihren Alltag eingeschränkt. Da die Motorik mit allen anderen Entwicklungsbereichen eng verbunden ist ( Motologie), wirkt sich dieses bei Kindern häufig auch im Bereich der Sprache, des Sprechens (feinmotorische Bewegungen), der Wahrnehmung oder der allgemeinen Entwicklung aus.
Bei rheumatischen Erkrankungen ist oft die Beweglichkeit stark eingeschränkt. Viele Rheumatiker sollen sich aber, gerade um die Beweglichkeit zu erhalten und chronische Schmerzen zu lindern, gezielt bewegen. Frau Boberg ist selbst Rheumatikerin und erfährt immer wieder, dass ihr die sanften Bewegungen auf dem Pferd sehr gut tun. Auch hier bietet die Reittherapie einen sehr weichen Ansatz. Zudem stärkt sie gerade bei Kindern und Jugendlichen das Selbstbewusstsein und vermittelt Freude am Tun.
Durch den Umgang mit dem Pferd, die Bewegungsbegleitung in Verbindung mit Wahrnehmungsschulung können Kinder innerhalb der Reittherapie gezielt, aber auch “einfach nebenbei durch den Spass am Tun” ihre motorischen Fähigkeiten weiterentwickeln.
Die weichen Bewegungsabläufe des Pferdes bieten viele Möglichkeiten zur gezielten und vorsichtigen Stimulation der Muskeln, weiterhin weiche Bewegungsmuster der Gelenke. Besonders Kinder profitieren zusätzlich dadurch, dass sie grosse Freude im Umgang mit dem Tier erfahren und die Tiere sie so annehmen wie sie sind.
Aber auch bei neurologischen Erkrankungen können sich diese Verkettungen zeigen. Menschen nach Hirnerkrankungen (Schlaganfall, Operationen, Tumore etc.) oder mit neurologischen Erkrankungen bieten wir in der Reittherapie gezielte Übungen zu z.B. Gleichgewicht, Lösung von Steifheit, Lockerung von Spastiken an.
(Marianne Gäng, Reittherapie)
Auch Bewegungen, die die Körpermitte überkreuzen können eingesetzt werden. Oft gelingt dieses im Umgang mit dem Partner Pferd gelassener und entspannter. Nach Operationen, Verletzungen oder Erkrankungen kann die Motorik durch allgemeine Schwäche reduziert sein. In der Reittherapie wollen wir den Betroffnen gezielt und in seinem individuellen Tempo beim Aufbau von Muskulatur und Bewegung begleiten. Unterstützend kann in allen Bewegungen der Wechsel von An- und Entspannung, z.B. durch die Bewegungen mit dem Pferd, wirken. Durch die Bewegungen am, mit und auf dem Pferd hat der Klient die Möglichkeit, reine Motorik mit allen anderen Bereichen Wahrnehmung, Erleben (Motologie) etc. zu verknüpfen und die Entwicklung positiv zu unterstützen.
Kinder, die zu früh auf die Welt gekommen sind (Frühchen), haben weniger Zeit im Mutterleib gelebt. Das getragen werden in der flüssigkeitsgefüllten Gebärmutter und das Spüren der Bewegung sind wichtige Grundlagen für die Hirnreifung. Diese ersten Sinneseindrücke haben Frühchen nur zum Teil erfahren. In der Reittherapie bietet sich bei uns bereits für Kinder ab 2 Jahren (wir arbeiten dann mit 2 Therapeuten) die Möglichkeit, diese Erfahrungen über die wiegenden Bewegungen des Pferdes nachzuholen. so kann auch schon sehr früh die Entwicklung positiv begleitet werden.
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Wann können Störungen der Motorik auftreten?
Zum Beispiel: Schlaganfall, körperlicher Behinderung, Hirntumore, Operationen, Verspannungen, Spastiken, Wahrnehmungsstörungen, Entwicklungsstörungen, Frühchen, Bewegungsplanungsstörungen, (Dyspraxien), Bewegungsarmut, Angst, Autismus, ADS/ADHS, Multiple Sklerose, Parkinson.
Motorik ist die Fähigkeit des Körpers eines Menschen, Tieres oder deren Organe, sich zu bewegen. Mit dem Begriff Motorik wird auch das Bewegungsverhalten untersucht. Die Wissenschaft, die sich mit der Motorik befasst, wird Motologie genannt.
Die Gesamtheit der vom Zentralnervensystem kontrollierten bewussten Bewegungen des Körpers wird als Willkürmotorik bezeichnet. Im Gegensatz stehen einerseits unwillkürliche Reflexe des Körpers, physiologische Mitbewegungen wie die Pendelbewegungen der Arme beim Gehen und andererseits die Mimik, die im Wesentlichen auf der Tätigkeit der mimischen Muskulatur beruht und zum grössten Teil unbewusst gesteuert wird.
Es wird unterschieden zwischen Grobmotorik (z. B. Reaktionsschnelligkeit und allgemeines Reaktionsvermögen, sowie allgemeine Körper- und Gliederstärke und Bewegungskoordination) und Feinmotorik (z. B. Mimik, Fingergeschicklichkeit). Eine weitere Einteilung basiert auf der Art der Bewegung:
Ausserdem kann man zwischen Psychomotorik und Sensomotorik unterscheiden. Zur Statomotorik zählen Halte- und Stützreflexe mit Blick auf die Körperhaltung.
Weitere Unterscheidungsbereiche sind Gestik (Körperbewegungen) und Pantomimik (Körperhaltung). Unter Taxis versteht man unter anderem die Axialorientierung von Kopf und Rumpf sowie Blick- und Körperkontakt (Taktilkontakt), z. B. Schulterklopfen oder Händeschütteln.
(aus wikipedia)
Wir alle kennen Situationen in denen wir aufgrund unserer aktuellen Lebenssituation überfordert sind. Manche Menschen schaffen es erstaunlicherweise ganz aus sich heraus oder mit Hilfe von Freunden schlimme Phasen zu meistern. Aber nicht alle können Ihre Kräfte derart mobilisieren oder befinden sich in einem Umfeld das derart stützen kann. Daher benötigen wir alle manchmal professionelle Hilfe bei der Verarbeitung von Schicksalsschlägen. Die Reittherapie kann eine Form der Hilfe / Mitbehandlung sein. Mit und auf dem Pferd werden Lebensgeister neu geweckt.
Das Pferd vermittelt uns Kraft, aber auch Ruhe.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Freude, die bei der Arbeit mit dem Pferd neu erlebt und empfunden werden kann. Mögliche behandlungsbedürftige Störungen können sein: Essstörungen , Bewältigung von Lebenssituationen nach Trennung / Verlust, Bewältigung von Krankheiten, Lebenskrisen etc.
Der Ausdruck Verlust bezeichnet das „Verlorengehen“ von Energie, etwas materiellem wie Eigentum, oder einer nahestehenden Person. Das Verb verlieren bezeichnet dabei auch das Gegenteil des Sieges.
(aus wikipedia)
Eine reittherapeutische Mitbehandlung kann bei vielen psychischen und psychiatrischen Beeinträchtigungen sinnvoll sein. Die Erklärung, warum hier der Umgang mit dem Pferd begleitend zur z.B. Psychotherapie etc. sinnvoll sein kann, ist ähnlich dem Ansatz bei Punkt 7 (siehe Hilfe und Mitbehandlung bei Verlust,Trennung und Lebenskrisen). Bei psychosomatischen Erkrankungen kann die Reittherapie erfolgreich sein, weil der Klient sich wieder im positivem Sinne mit seinem Körper auseinandersetzen kann. Hier ist der Bereich Wohlbefinden beim Umgang mit dem Pferd und z.B. das Fühlen der Bewegung und Wärme auf dem Pferd, sicherlich ein wichtiger Aspekt zur Unterstützung von weiteren Therapien. Wir möchten dem Patienten Zeit geben um positive Körpererfahrungen zu erleben und zu sammeln. Beispiele für den oben beschriebenen Erkrankungsbereich sind z.B. Angststörungen, Zwangsstörungen, Essstörungen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Krankheitsgefühl obgleich keine direkte körperliche Ursache erkennbar ist etc.
Der psychosomatische Ansatz trifft heute auf ein medizinisches System, das in vielen Bereichen noch dem Kausalitätsprinzip des kartesianischen Weltbilds folgt und einer Krankheit jeweils eine bestimmte Ursache zuzuordnen trachtet. Entsprechend wird der Begriff „psychosomatisch“ sowohl von Laien als auch von Vertretern der Medizin häufig nicht in seiner ursprünglichen Bedeutung verstanden, sondern mit „psychogen“ gleichgesetzt. Patienten, die an körperlichen Symptomen leiden, fühlen sich dann missverstanden und oft als „eingebildete Kranke“ oder Simulanten stigmatisiert. Oft dauert es lange, bis somatoforme Störungen als solche erkannt werden. Studien zeigten, dass manche Patienten über hundert ärztliche Kontakte hinter sich hatten, ehe sie erstmals an einen Psychotherapeuten überwiesen wurden. Dies liegt unter anderem daran, dass die Patienten selbst die psychische Komponente ihrer Beschwerden nicht akzeptieren wollen und können - auch weil die Art und Weise ihrer Beschwerden mitunter allein auf körperliche „Fehlfunktionen“ hinzuweisen scheinen. Vielen Ärzten fehlt allerdings auch die entsprechende Ausbildung oder Erfahrung, richtungsweisende Signale des Patienten richtig einzuordnen. Ein dritter Grund ist, dass im Zweifelsfall immer eine körperliche Abklärung der Beschwerden zu erfolgen hat.
(aus Wikipedia )
Psychische Erkrankungen wie Angst- und Panikstörungen, Zwangsstörungen, Essstörungen oder Depressionen treten in Deutschland immer häufiger auf.
Depressionen
Mehr als nur schlechte Stimmung:
Eine Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die ärztlicher Hilfe bedarf. Typische Symptome einer depressiven Erkrankung sind gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und eine Verminderung des Antriebs.
Angst- und Panikstörungen
Ängste und Panikattacken können die Lebensqualität nachhaltig beeinflussen.
Posttraumatische Belastungsstörung
Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine verzögerte Reaktion auf ein traumatisches Erlebnis. Sie tritt häufig nach belastenden Ereignissen auf und kann die Lebensqualität erheblich einschränken.
Borderline
Instabilität von Beziehungen, Gefühlen und dem Selbstbild:
Die Borderline-Störung zählt zu den Persönlichkeitsstörungen. Im Zentrum der Erkrankung stehen Schwierigkeiten bei der Regulation von Gefühlen. Dies zeigt sich zum Beispiel in der Neigung zu selbstgefährdendem Verhalten oder starken Gefühlsausbrüchen.
Tic- und Tourettestörung
Unter einer Tic-Störung versteht man plötzliche schnelle Bewegungen oder Lautäusserungen des Körpers, die ohne willentlichen Einfluss ablaufen. Findet man bei einem Betroffenen mehrere motorische Tics zusammen mit einem vokalen Tic, so nennt man dies Tourette-Syndrom.
Chronisches Erschöpfungssyndrom
Das chronische Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrom, CFS) zeichnet sich durch einen dauerhaften Erschöpfungszustand mit begleitendem Krankheitsgefühl aus, der länger als sechs Monate andauert.
Essstörungen
Magersucht:
Die Magersucht (Anorexia nervosa) ist eine krankhafte Essstörung, bei der ein starker Wille zum Gewichtsverlust und gleichzeitig eine grosse Angst vor einer Gewichtszunahme auftreten.
Ess-Brech-Sucht (Bulimie): Zwischen Essattacken und Erbrechen
Binge Eating Störung: Unkontrolliertes Essen
(Auszüge aus Onmeda)
Die Reittherapie ist eine meist sehr effektive Möglichkeit um laufende Therapien zu unterstützen. Da diese Therapieform fast immer einen positiven Effekt auf die Wahrnehmung, die Sprache oder auch das Körpergefühl / Motorik hat, können bestehende Therapien meist sehr gut ergänzt werden.
Nach Absprache mit den anderen Hilfeeinrichtungen / Ärzten / Therapeuten ( selbstverständlich nur nach Einwilligung des Klienten) ist eine gezielte und sehr spezielle Förderung "Hand in Hand" möglich. Therapiebegleitende Reittherapie ist z.B. sinnvoll bei: Ergotherapie, Frühförderung, Logopädie, Orthopädie, Kieferorthopädie ( z.B. bei Kreuzbiss), Psychotherapie, Physiotherapie, Entspannungstraining etc.
Hinweis:
1.
Bei vielen Einschränkungen oder Störungsbildern kann auch die alleinige Reittherapie gute Erfolge verzeichnen. Bei bestimmten Krankheitsbildern ist jedoch eine Mitbehandlung, durch andere Spezialisten für uns unerlässlich.
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2.
Reittherapie ist die "andere Therapieform" für therapiemüde Kinder oder Erwachsene. Die Arbeit mit dem Tier eröffnet häufig eine neue Erlebniswelt und unterscheidet sich meist deutlich von bisherigen Anforderungen und Vorgehensweisen. Es entsteht oft eine neue Motivation, über das Medium Pferd an sich selbst zu arbeiten!
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